Als
der Tag gekommen war, spie der Siebente [Geist] achtzig Baumwollfäden ans Licht der Sonne, die er über seine Oberzähne verteilte, welche er wie einen Webkamm benutzte. So formte er die ungerade Ebene der
Kette. Ebenso verfuhr er mit den Unterzähnen, die so die gerade Ebene der Kette bildeten. Und indem er seine Kiefer auf- und zuklappte, teilte der Geist der Kette die Bewegungen mit, die ihr die Litzen
des Webstuhls auferlegten […].
Während so die Fäden sich immer wieder verschränkten und entschränkten, stießen die beiden Spitzen der gegabelten Zunge des Geistes abwechselnd das Einschussgarn an, und außerhalb des Mundes bildete sich
die Bahn im Hauch des zweiten enthüllten Wortes […].
Der Geist deklamierte und seine Worte erfüllten alle Zwischenräume des Stoffes. Sie waren in die Fäden hineingewebt und bildeten mit der Bahn einen einzigen Leib. Sie waren das Gewebe selbst, und das
Gewebe war das Wort. Und deshalb nennt man den Stoff soy, denn das bedeutet : „ Dies ist das Wort “.
(Marcel Griaule, Schwarze Genesis : Eine afrikanische Schöpfungslegende.,
Freiburg i.Br., Basel, Wien: Herder, 1970, S.37-38)
So ist in Afrika, in der mythischen Welt der Dogons, das „Wort“ übers Weben geboren…
Ein symbolisches Bild, das Sie umso mehr anspricht, wenn Sie Stoffe, den unvergleichlichen Griff der Naturfasern,
die harmonische Aneinanderreihung der Farben mögen.
Unsere Anfängerkurse ermöglichen Ihnen, nach Ihrem Rhythmus die Welt des Webens, und somit die Handgriffe zu
entdecken, die alle Kulturen seit Entstehung der Kleidung ausgeführt haben.
In den Farben Ihrer Wahl werden Sie an einem Flachwebstuhl mit vier Schäften
ein Webstück herstellen, das Sie zuhause nach Ihren Wünschen nutzen.
In drei verschiedenen Fortgeschrittenenkursen haben Sie die Wahl zwischen dem Erlernen komplexerer Webmuster, der Entdeckung spezifischerer Webtechniken, und außerdem der Begleitung Ihrer ersten Schritte in die individuelle Textilkreation.